
Heute gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Dabei gibt es gute Gründe, sich für den Schutz diese wertvollen Kulturlandschaft einzusetzen. Einige davon sind ….
Sortenvielfalt
Streuobstwiesen sind das Genreservoir alter Regionalsorten. Von über 3000 Apfelsorten Mitteleuropas sind nur ca. 60 im deutschen Handel. Im heutigen Intensivobstbau werden überwiegend Sorten verwendet, die auf identische Elternsorten zurückgehen. Die alten Obstsorten der Streuobstwiesen, die über Jahrhunderte an unterschiedlichsten Standorten ortsspezifisch entwickelt wurden stellen ein großes genetisches Potential da und bieten geschmackliche Vielfalt. Das zunehmende Interesse an Bio-Produkten und ökologischem Anbau sorgt dafür, noch vorhandene alte Sorten zu erhalten, bzw. verschollene Sorten ausfindig zu machen.
Artenreichtum
Streuobstwiesen sind auch durch ihren Höhlen- und Totholzreichtum wesentlich artenreicher als Obstplantagen und ein wichtiger Lebensraum für viel Vögel und Insekten. Durch den weiten Stand der lichtkronigen Bäume ist die Krautschicht besonnt und sehr vital. Im Unterschied zu Obstplantagen, sind Streuobstwiesen wesentlich artenreicher.
Keine Pflanzenschutzmittel
Die auch heute noch überwiegend auf Streuobstwiesen angebauten Früchte, sind besonders robust gegenüber Krankheiten und Schaderrergern. Wurden sie doch zu einer Zeit entwickelt, als Pflanzenschutzmittel entweder nicht oder nur sehr eingeschränkt zu Verfügung stand.
Alte Sorten wie Freiherr von Berlepsch oder Klarapfel sind übrigens eine gute Alternative für Apfelallergiker und Asthmatiker. Eine Untersuchung der Uni Hamburg ergab, dass diese alten Sorten besser vertragen werden als die neuen Züchtungen.
Quelle: Wikipedia